Web soll bis 2015 stärkster Werbeträger werden

Schon in vier Jahren könnte das Internet hierzulande zum stärksten Werbeträger geworden sein. So skizziert es die Studie „The Future of Advertising 2015“. Die Werbebranche in Deutschland werde „fundamentale Veränderungen“ erfahren, heißt es in der Studie gleich eingangs.

Provokanteste Aussage: 2015 soll das Internet 37 Prozent des Werbekuchens für sich beanspruchen – ein Quantensprung gegenüber den 19 Prozent Werbemarktanteil 2010. TV würde dann abfallen auf einen knappen zweiten Platz mit noch 36 Prozent (2010: 39%). Dann folgen Zeitungen mit 13 Prozent (2010: 19%), Zeitschriften mit elf Prozent (2010: 16%), Radio mit vier Prozent (2010: 5%) und die Fachpresse mit 0,8 Prozent (2010: 1,4 %).

„Die klassische Werbewirtschaft sollte also bis dahin die überfällige Neuausrichtung auf den digitalen Markt abgeschlossen und Verluste im Stammgeschäft durch digitale Geschäftsmodelle kompensiert haben. Ansonsten wird 2015 einigen klassischen Medienunternehmen die Geschäftsgrundlage entzogen sein“, heißt es warnend in der Studie. Für die Prognosen geht eco von einem insgesamt freundlichen Werbeklima aus. Der Gesamtwerbemarkt könnte bis 2015 jährlich um 2,7 Prozent wachsen, online müsste im gleichen Zeitraum jährlich 17 Prozent ansteigen gegenüber einem Jahresschnitt von 22 Prozent in der Spanne 2006 bis 2010.

Auch die Mediennutzung würde sich der Studie zufolge immer stärker in Richtung Internet verlagern. Voraussichtlich 30 Prozent der gesamten Mediennutzung in Deutschland sollten 2015 auf das Web entfallen. Der Anteil an Smartphones an allen genutzten Mobilfunkgeräten sollte bis dahin auf rund 70 Prozent steigen. „Der Erfolg der App-Stores zeigt zudem, dass offenbar ein starkes Interesse an mobil verfügbaren Inhalten besteht“, so die Studie.

Vorgestellt wurde die „Zukunft der Werbung“ auf der diesjährigen Dmexco als Kooperation der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little, der Interaktivagentur denkwerk, des eco- Verband der deutschen Internetwirtschaft, des Werbevermarkters IP, des Medien Management Instituts an der Hochschule Fresenius und des Medienclusters NRW.

Unter http://www.eco.de/verband/7432.htm steht die Studie gratis zum Download bereit.

Quelle: WuV